Die Gaumenmandeln

Die Entzündungen der Gaumenmandeln (Tonsillitis; Angina) sind immer noch oft der Anlass für eine Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie). In jedem Einzelfall ist aber sorgfältig zu prüfen, ob eine häufig wiederkehrende Entzündung, ein chronisch andauernder Entzündungszustand oder der Verdacht auf eine andersartige Erkrankung der Mandeln wirklich ein triftiger Grund für die Mandelentfernung ist.

Bei Kindern ist häufig auch die Übergröße der Mandeln (Tonsillenhyperplasie) ein Grund zur Operation, wenn die großen Mandeln – meist gemeinsam mit einer großen Rachenmandel (Adenoide;„Polypen“) - z. B. den Belüftungskanal zum Mittelohr verlegen und dort zu Hörstörungen Anlass geben. Im Gegensatz zur jahrzehntelang geübten Praxis der kompletten Mandelentfernung ziehen wir inzwischen bei der Verkleinerung übergroßer Mandeln die teilweise Abtragung des Mandelgewebes mit der Radiofrequenztechnik vor (Tonsillotomie). Dies hat gegenüber der alten Methode der vollständigen Mandelentfernung (Tonsillektomie) den großen Vorteil, dass die Kinder nach der Operation in der Regel deutlich weniger Schmerzen haben, die Blutungsgefahr nach der Operation verringert ist, und der stationäre Aufenthalt deutlich verkürzt werden kann. Außerdem bleibt dann Mandelgewebe erhalten, das bei der Entwicklung des kindlichen Immunsystems von Bedeutung sein kann.