Ohrmuschelrekonstruktion

Teilweise oder komplett fehlende Ohrmuscheln (Mikrotie)

Bei der Mikrotie ist die Ohrmuschel – meist nur auf einer Seite - nicht oder nicht vollständig angelegt. Oft fehlt auch der Gehörgang, so dass eine kosmetisch und funktionell störende Deformität besteht. Da die andere Seite normal und das Hören dort ungestört ist, geht es den betroffenen Patienten meist um die Behebung des kosmetisch auffälligen Aspektes der fehlenden Ohrmuschel. Die modernen Methoden der rekonstruktiven Chirurgie ermöglichen es aber mittlerweile durchaus, auch die Herstellung des Hörvermögens gleichzeitig zu erreichen.  

Fehlbildung

Bei der einseitigen Fehlbildung steht bei der Ohrmuschelrekonstruktion meistens der Wunsch nach kosmetischer Verbesserung im Vordergrund. Für den Ohrmuschelaufbau bei Mikrotie oder nach traumatischem Verlust der Ohrmuschel durch Unfälle oder ähnliches verwenden wir seit Jahren mit Erfolg ein Gerüst aus Kunststoff (Poröses Polyethylen; Medpor®) als Ersatz für den fehlenden Knorpel. Traditionelle Methoden hingegen benötigen den Rippenknorpel vom betroffenen Patienten, jedoch geht das evtl. mit dem Nachteil einer unter Umständen unansehnlichen Narbe am Brustkorb, Brustkorbdeformitäten und anderen Komplikationen einher. Ferner ist auf Dauer nicht immer gesichert, dass ein Ohrgerüst aus Rippenknorpel seine Form unverändert beibehält. Das Kunststoffimplantat ist dagegen bereits vorgefertigt, hält dauerhaft seine Form, wird vom Körper sehr gut vertragen und muss nur noch mit einer Gewebehülle und Haut bedeckt werden. Dies ermöglicht oft eine weniger zeitaufwändige Ohrmuschelrekonstruktion in nur einer operativen Sitzung. Das neue Ohr wird dabei der Form und Position der Gegenseite angepasst.

Vor- und Nachbereitung der Operation

Vor Operationen zur Ohrmuschelrekonstruktion ist eine ausführliche persönliche Beratung des HNO Arztes Ihres Vertrauens unerlässlich. Hierbei werden die individuellen Wünsche und Möglichkeiten einschließlich der Frage einer Hörverbesserung abgeklärt. Zur Vorbereitung gehört ferner die Anfertigung einer Schablone vom gesunden Gegenohr, um die neue Ohrmuschel in Symmetrie zur anderen Seite zu gestalten. Nach der Operation wird zunächst für ca. fünf Tage ein stabiler Verband getragen. Die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgt meist am 7. postoperativen Tag. Für einige Wochen muss das neue Ohr noch vor besonderen Belastungen geschützt werden, danach bestehen keine Einschränkungen mehr.

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